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Gemeinde Seehof

Auszug aus der Chronik 850 Jahre Hundorf:

Die Eisenbahnbrücke Hundorf – Kirch Stück

(zusammengestellt vom Ortschronisten R. Schulz)

Am 12.07.1848 wurde die an Hundorf vorbeiführende Eisenbahnstrecke Schwerin – Wismar in Betrieb genommen, sie ist die zweitälteste Eisenbahnstrecke Mecklenburgs. Die Eisenbahn war im Falle Hundorfs seit Jahrhunderten das erste weitere Fortbewegungs- und auch Transportmittel, das zu den bisherigen Fortbewegungsmöglichkeiten hinzukam und das zugleich ein neues Zeitalter aufschloß.

Die Hundorfer Rundbogen-Brücke über die Bahnstrecke Schwerin-Wismar im Verlauf des alten Kirch- und Schulweges nach Kirch Stück in einer Aufnahme des Jahres 1970

Vorerst waren die nächstgelegenen Bahnstationen für Hundorf jedoch Schwerin bzw. Kleinen (das heutige Bad Kleinen). Der heutige Bahnhof bzw. Haltepunkt Lübstorf ist nämlich erst in den 1880er Jahren an dieser Strecke errichtet worden und hatte vor allem ab Mitte der 1890er Jahre mit Errichtung des Schlosses Wiligrad eine entsprechende Bedeutung bekommen und trug dadurch sogar bis zum Ende der Monarchie den Stationsnamen „Wiligrad“. 

Der Bau der Bahnstrecke hatte für Hundorf vor allem Auswirkungen auf den viele Jahrhunderte alten Kirch- und Schulweg in das benachbarte Kirch Stück: Die Hundorfer erhielten an dieser Stelle nun eine „Überbrückung der Bahn in Holz“, wie sich aus den „Notizen über die Ausführung des Baues der Bahnstrecke von Schwerin nach Wismar“ aus dem Juni 1848 ergibt.

Wann wiederum diese Holzbrücke durch die zuletzt vorhanden gewesene Rundbogenbrücke ersetzt wurde, ließ sich bisher nicht belegen. Zumindest aber schon im Jahre 1919 wird die Hundorfer Brücke in einem Aktenvermerk der Generaleisenbahndirektion Schwerin als „Wegunterführung mit unbewehrtem Grobmörtelgewölbe“ beschrieben. In diesem Vermerk ist von „Haarrissen“ die Rede, die das Bauwerk „vor Jahren gezeigt hat.“ Dazu ist festgestellt worden, daß diese Risse nach der letzten Prüfung „ohne Belag zu sein scheinen“. Man legte in dem Zusammenhang jetzt aber ein „Prüfungsheft“ für diese Brücke an.

Staubige Angelegenheit: Ein Kali-Zug mit einer Dampflok der Baureihe 41 aus Richtung Bad Kleinen kommend, aufgenommen von der alten Rundbogen-Brücke. Gut zu erkennen die zu dem Zeitpunkt noch eingleisige Strecke

1974 wurde die Rundbogenbrücke jedenfalls im Zuge der Verlegung des 2. Gleises abgebrochen und seither ist Hundorf von der Region um Kirch Stück und somit von einem nicht unwesentlichen Teil seiner Nachbarorte abgeschnitten bzw. nur über entsprechende Umwege zu erreichen.

Eine Antwort auf „Auszug aus der Chronik 850 Jahre Hundorf:“

Eine wirklich nette Idee, wir hatten sehr viel Spaß dabei, aber natürlich bedauern wir sehr den Verlust der Brücke und die damit Einhergehenden Umstände. Dennoch haben wir sehr gelacht und den kleinen Weg genossen. Weiter so sehr schön…
Fam. Beckmann

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